Erfolgsgeschichten

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Zukunft

Viel Mut für schwierige Zeiten

Charlotte Plesz, TUDIRGUT

Charlotte Plesz arbeitet mit ihrem Praxiszentrum TUDIRGUT daran, anderen aus der Krise zu helfen.

Als Kinesiologin habe ich das Praxiszentrum TUDIRGUT gegründet, weil mein Fokus auf dem Menschen liegt und darauf, ihn in seiner Gesamtheit zu erfassen. Ein Mensch ist mehr als das Thema, mit dem er kommt. Dieses Angebot ist vor Corona sehr gut angenommen worden. Von Jänner bis zum Lockdown im März war es ein super Jahr für uns. Das erste, was ich beim Lockdown gedacht habe war: Ich glaube, es spinnen alle. Zwei Stunden war ich in Panik. Auch ist mir die „politische“ Abhängigkeit bewusst geworden. Aber ich bin ein sehr lösungsorientierter Mensch. Ich habe also durchgeatmet, mich hingesetzt, alles kalkuliert und mit den anderen in der Praxis gesprochen. Wir sind ein Team, wir unterstützen uns gegenseitig. Gemeinsam können wir wirklich etwas bewegen, und gemeinsam kann man sich aus dem Tief holen.

"Wir blicken alle sehr positiv in die Zukunft, weil wir der Meinung sind, dass das gebraucht wird. Und wir machen weiter, weil wir den Menschen diese Beständigkeit vermitteln wollen, die ja jetzt fehlt."

Nachdem mir klar war, dass ich einige Monate durchhalten kann, habe ich mir gedacht: Ich nutze diese Zeit, die mir geschenkt wurde, um Videos auf Youtube zu machen, den Newsletter zu überarbeiten und ähnliche Dinge zu erledigen, die immer liegengeblieben sind. In dieser Zeit haben wir uns viel erarbeitet und sind als Team zusammengewachsen – wir sitzen alle im selben Boot. Denn wir sind alle abhängig davon, wie es den Menschen da draußen geht, was sie verdienen und wie’s der Wirtschaft geht.

Gleich nachdem wir wieder öffnen konnten, sind die Leute sehr gedrängt gekommen. Alle wollten Termine. Wir glauben, dass unsere Angebote eine wichtige Säule sind. Das macht uns selbst Mut und gibt uns die Kraft, weiter zu machen. Mit den steigenden Infektionszahlen sind die Leute wieder zaghafter. Sie sagen, sie wollen lieber kommen, als Online-Angebote zu nutzen. Aber sie kommen dann trotzdem nicht. Sie wissen aber, wo sie hingehen können, wenn sie’s brauchen. Zum Beispiel auch in unser Frauenzimmer, eine zweiwöchentliche Veranstaltung, die ich vor zwei Jahren gegründet habe. Das ist ein wertfreier Raum, wo Frauen alles sagen dürfen, ohne verurteilt zu werden.

Wirtschaftlich geht es sich für uns gerade aus, es ist zugegeben eine Durststrecke. Für uns heißt das auch, dass wir aus der Komfortzone raus müssen. Wir müssen „out of the box“ denken und über den Tellerrand schauen. Dieses Bewusstsein hat die Krise bei uns geschärft. So planen wir derzeit einen Verein, um auch Frauen in prekärer Lage helfen zu können. Viele Frauen um die 50 bis 60 geraten in einer solchen Situation, weil sie geschieden werden und vorher zu Hause waren, in Teilzeit oder im Geschäft des Mannes mitgearbeitet haben. Wir wollen diese Frauen so stärken, dass sie spüren, was sie an Erfahrung bieten können. Sie sollen sich trauen, sich auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben oder beim AMS einen Kurs zu fordern, weil sie noch viel für die Wirtschaft tun können. Wie wir das finanzieren, loten wir gerade aus.

www.charlotteplesz.com
www.tudirgut.wien

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