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© Jana Madzigon

CHANCE FÜR MIGRANT:INNEN

Integration geht durch den Magen

Gabriel Zirm, Speisen ohne Grenzen

Bei der Integration in den Arbeitsmarkt stehen Migrant:innen in Österreich oft vor großen Herausforderungen. Der Verein Speisen ohne Grenzen stellt sich dieser Herausforderung und gibt Migrant:innen eine Perspektive. Bei der Zubereitung traditioneller Speisen aus ihren Herkunftsländern wird ganz nebenbei außerdem noch die deutsche Sprache trainiert.

Migrant:innen bringen viele Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen mit, die wir sehr gut am österreichischen Arbeitsmarkt brauchen können. Faktoren wie das Fehlen einer formalen Ausbildung, bürokratische Hürden, unzureichende Deutschkenntnisse, weit verbreitete Vorurteile, aber mitunter auch ein Mangel an Selbstvertrauen tragen dazu bei, dass Migrant:innen oft nur schwer Anschluss am Arbeitsmarkt finden.

Bei Speisen ohne Grenzen geben wir Migrant:innen deshalb die Möglichkeit, fehlende Skills direkt beim Arbeiten zu erlernen. Unsere Mitarbeiter:innen kochen traditionelle Speisen aus ihren Herkunftsländern, die sich in ihrer Vielfalt auf der Speisekarte oder bei Caterings am Buffet wiederfinden. Durch die multiethnische Zusammensetzung unseres gesamten Teams fördern wir damit gleichzeitig den interkulturellen Austausch zwischen unseren Mitarbeiter:innen und unseren Gästen, die über die Kulinarik in die Geschichten und Kulturen diverser Heimatländer eintauchen können.

„Integration kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie beidseitig stattfindet.“

Unsere Mitarbeiter:innen üben bei Speisen ohne Grenzen den Arbeitsalltag, lernen Deutsch und verfügen durch ihre Tätigkeit über sicheres Einkommen. Das ermöglicht ihnen, sich in ihrer Freizeit auf andere für die Integration wichtige Aufgaben zu konzentrieren. Aktuell sind über 20 Mitarbeiter:innen fix bei uns angestellt, mehr als die Hälfte von ihnen haben Fluchterfahrung.

Wir sind überzeugt, dass der intensive Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturen auch für die persönliche Entwicklung junger Menschen wichtig ist. Seit 2019 geben wir deshalb auch Zivildienern die Möglichkeit, bei uns erste Erfahrungen in der Integrationsarbeit zu sammeln und damit ihre sozialen und fachlichen Fähigkeiten auszubauen.

Seit der Gründung 2018 hat sich der Verein laufend vergrößert. Anfangs wurde ausschließlich im 17. Bezirk gekocht und Mittagessen ausgeliefert, seit 2019 dürfen wir die Kombüse am Badeschiff in Wien bespielen. Mittlerweile bekochen wir neben unserem à la carte Geschäft im Rahmen von Caterings bis zu 300 Personen pro Tag. Ende Jänner 2024 haben wir einen weiteren Schritt gewagt: Wir haben am Yppenplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk unser eigenes Restaurant eröffnet. Von Dienstag bis Samstag verwöhnen wir unsere Gäste dort von morgens bis spät abends mit vielfältigen Speisen, hausgemachten Getränken, kräftigem Kaffee, frisch gezapftem Bier, jeder Menge kulturellem Austausch und guter Laune.

Wir wissen, dass Integration immer nur dann funktioniert, wenn sie beidseitig stattfindet. Mit Speisen ohne Grenzen schaffen wir es, Offenheit, Toleranz und Verständnis für andere Kulturen zu schaffen und Migrant:innen eine echte Perspektive für erfolgreiche Integration zu bieten.

https://www.speisen-ohne-grenzen.at

Online seit 28.06.2024
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