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Marokko auf Schiene

Pierre Porgroult, voestalpine Railway Systems

Mit einer langfristigen Strategie holte die voestalpine Railway Systems einen Großauftrag aus Marokko.

Im Dezember haben wir den Zuschlag bekommen, die Weichen und Antriebe für die Straßenbahn in Casablanca, Marokko, zu liefern. Damit habe ich ein wichtiges berufliches Ziel erreicht, an dem ich lange gearbeitet habe. Ich bin in der voestalpine Railway Systems als Geschäftsführer des Weichenwerks im französischen La Houssaye en Brie, etwa 40 Kilometer östlich von Paris, beschäftigt. Als Hauptverantwortlicher des frankophonen Markts für voestalpine Railway Systems aufzubauen, ist ein langer Atem notwendig, nicht nur, weil die Schieneninfrastruktur Branche besonders konservativ ist, sondern, weil unserer Hauptwettbewerber – die französische Firma Vossloh Cogifer – seit vielen Jahrzehnten eine starke Positionierung in diesen Länder eingenommen hat.

„In dem Metier muss man mögen, was man tut. Ich bin begeisterter Techniker und Verkäufer und stehe voll hinter dem Produkt, der Firma und der Branche.“



Marokko ist ein sehr wichtiger Hub für die Eisenbahn-Industrie in Afrika, der uns aber bis jetzt verschlossen war. Für unsere Produkte ist es besonders wichtig, Referenzen vorzulegen, denn das Risiko ist für die Auftraggeber groß. Sicherheit steht an ersten Stelle bei den Bahnbetreibern. Die ONCF, die marokkanischen Staatsbahnen, verlangen Referenzen der SNCF, der französischen Staatsbahnen. Und die hatten wir nicht. Wir haben aber jetzt das Werk vaRSF in La Houssaye en Brie, das von der SNCF zugelassen wurde und damit Zugang zum ONCF-Markt ermöglicht.

Ich bin sehr glücklich, dass wir den Auftrag Tramway Casablanca Linien 3 und 4 bekommen haben. So eine Tender-Bearbeitung ist sehr komplex und intensiv.

Bis Ende 2022 müssen wir Weichen und Weichenantriebe um rund 7,3 Millionen Euro liefern, und zwar bis zur Einbaustation. Da geht es auch darum, die anspruchsvolle Verzollung zu meistern. Wichtig ist, gute Qualität zu liefern, und auch, rechtzeitig zu liefern, weil eine Bauplanung dahinter liegt, die eingehalten werden muss.

Mein nächstes Ziel ist es, beim nächsten ONCF-Tender zu partizipieren. Die ONCF betreibt 2.200 Kilometer Gleise die sie bis 2040 auf 2.700 Kilometer verlängern wird. Zusätzlich soll die Hochgeschwindigkeitsstrecke auf 1.500 Kilometer bis 2040 verlängert werden. Das stellt ein gutes Ertragspotenzial für die voestalpine Railway Systems dar.

Die voestalpine Railway Systems stellt qualitativ hochwertige Schienen, Weichen, Weichenantriebe und Signaling Systemen her mit dem erklärten Ziel, minimale Life Cycle Costs zu verursachen. Gewalzt werden die Schienen im steirischen Donawitz, einem der beiden letzten Walzwerke in Europa. Die voestalpine Railway Systems gibt es schon seit über 160 Jahren und war zunächst hauptsächlich in der DACH-Region aktiv. Das erste größere Exportprojekt auf einem anderen Kontinent hat der damalige Kanzler Bruno Kreisky Anfang der 1980er Jahre durch die Vergabe eines Soft Loans für Algerien eingefädelt. Im Lauf der Zeit haben wir uns internationalisiert und haben mittlerweile 60 Standorte in aller Welt, einen Umsatz von mehr als 1,410 Milliarde Euro und 6.500 Mitarbeiter.

www.voestalpine.com/railway-systems
Online seit 18.02.2021
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