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© Rene Knabl

INNOVATIONEN IN DER DACHDECKEREI

Digitalisierung am Dach

Otmar Petschnig, Fleischmann & Petschnig Dachdeckungs-Gesellschaft m.b.H.

Wie sich die Arbeit des Dachdeckers durch die Digitalisierung verändert, weiß Otmar Petschnig genau.

Von 1892 bis heute: Bei uns verbinden sich Tradition und Innovation. Unser Familienunternehmen wurde vor über 130 Jahren gegründet und wird heute in vierter Generation geführt. Wir haben als Dachdeckungsunternehmen begonnen, heute stehen wir auf vier Beinen: Dach, Fassade, Photovoltaik und Monitoring der Gebäudehülle. Unser Fokus liegt also auf der gesamten Gebäudehülle.

Die Digitalisierung spielt bei unserer Arbeit eine wichtige Rolle. Ein Dachdecker ist heute immer noch ein Dachdecker, nur dass er bei uns inzwischen auch mit modernsten digitalen Technologien umgehen kann. Dächer und Gebäudehüllen werden heute nicht mehr nur gebaut, sie werden danach idealerweise auch ständig überwacht – Stichwort „Predictive Maintenance“. Das Ziel ist, schon frühzeitig zu erkennen, wo Schäden entstehen könnten und wo Service gefragt ist.

„Es ist wichtig, dass man sich als Klein- und Mittelunternehmen mit Forschung beschäftigt – und das ist auch die größte Herausforderung.“

Forschung und Entwicklung spielt in unserem Unternehmen eine wichtige Rolle. Vor allem im Bereich der vorausschauenden Wartung sind wir sehr aktiv.

Wir haben gemeinsam mit Fraunhofer Austria eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt und auf Basis eines großen Datensatzes trainiert, die die Feuchtigkeit innerhalb eines Daches für mehrere Monate im Voraus prognostizieren kann. So soll die Nutzungsdauer der Dächer verlängert und unnötiger Müll vermieden werden. Wo bisher nur auf Geschehenes reagiert werden konnte, soll nun proaktiv gehandelt werden. Das „digitale Dach“ soll auf diese Weise nicht nur Sicherheit für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer bringen, sondern auch die Umwelt durch die Vermeidung von unnötigem Bauschutt schonen. 

Bauen ist immer ein Kampf gegen das Wasser. Im Zweifelsfall hat man bisher immer für den Abriss entschieden, wenn der Verdacht bestand, dass die Feuchtigkeit den Kampf gewonnen haben könnte. Das ist eine unglaubliche Verschwendung. Der Bau ist mittlerweile die Branche, die den meisten Müll erzeugt. Im Fall von Dachkonstruktionen wird leider oft abgerissen, weil man keine objektive Beurteilung kritischer Größen der Feuchtigkeit hatte. In unserem Forschungsprojekt haben wir diese kritischen Größen für alle Dämmmaterialien bestimmt. Sie bilden die Grundlage für eine messtechnische und nicht bloß gefühlte Beurteilung des Zustands der Dachkonstruktion sowie ihrer Fähigkeit zur Rücktrocknung. Das spart also nicht nur Kosten, es nützt auch der Umwelt. 

Für all jene, die über die Errichtung einer Photovoltaikanlage nachdenken oder diese bereits installiert haben, sind die Ergebnisse ebenfalls höchst relevant. In unserem Vorlaufforschungsprojekt hat sich gezeigt, dass auch die Verschattung von Dächern ein großes Problem darstellt. Photovoltaikanlagen führen zu Schatten und dieser zu einem anderen Temperaturverlauf, sodass ein an sich dichtes Dach plötzlich Probleme bekommen kann. Führt die Verschattung nun dazu, dass ein Dach mehrfach erneuert werden muss, macht dies in der CO2-Bilanz den positiven Nutzen der Photovoltaikanlage zunichte. Die kontinuierliche Überwachung des Zustands soll in Zukunft dazu führen, dass auch diese Gefahr abgewendet wird. 

Es ist wichtig, dass man sich als Klein- und Mittelunternehmen mit Forschung und Entwicklung beschäftigt – und das ist auch die größte Herausforderung. Man muss es schaffen, diese Forschungsarbeit zusätzlich zum täglichen Geschäft zu bewältigen.

www.fp-dach.at

Online seit 23.05.2024
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